Die neue Welle: „SO2RR“ – Single Operator, 2 Radios, RUN

Das Gleiche gilt für den Amateurfunk und die unzähligen Möglichkeiten, die das schöne Hobby bietet.
Dazu gehören Expeditionen, DX-Jagd, HAM- & Climb-Urlaub mit der Familie, Schnelltelegrafie und nicht zuletzt der Contestbetrieb.
Es ist immer spannend, den Contest vorzubereiten und Technik und Taktik zu optimieren, um schneller und besser zu werden, sich selbst weiterzuentwickeln und dadurch alles noch intensiver erleben zu dürfen.
Gerade bei Contests, bei denen auf mehreren Bändern gleichzeitig Betrieb erlaubt ist, wird es sehr spannend. Dafür gibt es seit Langem den SO2R-Betrieb, bei dem ein einzelner Operator zwei Stationen gleichzeitig betreiben kann. Dabei wird hauptsächlich eine der Stationen im „RUN“-Modus (Running = CQ TEST) auf Band 1 betrieben und die zweite im „S&P“-Modus (Search & Pounce) auf Band 2.
Diese Technik hat sich über viele Jahre bewährt, und viele OMs haben damit beim Ergebnis „die Nase vorn“. Ich wollte immer etwas anderes.
So habe ich eine neue Technik für den Contestbetrieb entwickelt und erfolgreich praktiziert: das „SO2REE“ – Single Operator, 2 Radios, Emil Extrem
Hier verwende ich fast das gleiche Setup wie beim klassischen SO2R. Die wesentlichen Unterschiede sind:
1. Ich benutze keine SO2R-Umschaltbox. Beide Stationen sind zu 100 % getrennt und arbeiten mit einem eigenständigen Setup.
2. Die einzige Schnittstelle ist der Kopfhörer, den ich umgebaut habe. Jede Ohrmuschel hat ein separates Kabel, das jeweils an die Kopfhörerbuchse einer der Funkstationen angeschlossen ist.
3. Die zwei Paddles sind ebenfalls getrennt, und jedes bedient eine der beiden Stationen.
4. Das Gleiche gilt für die Notebooks.
Somit kann ich gleichzeitig auf beiden Bändern über die Contest-Logsoftware am PC und das jeweilige Paddle funken.
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass ich auf beiden Bändern gleichzeitig im „RUN“-Modus bin. Um das zu ermöglichen, benutze ich unterschiedliche CW-Geschwindigkeiten im Contest-Programm (in meinem Fall N1MM): Bei der ersten Funkstation ist die CW-Geschwindigkeit auf ca. 40–50 WPM eingestellt (je nach Contest und Betrieb), bei der zweiten auf bis zu ca. 26–28 WPM reduziert.
Die Mithörtöne auf beiden Stationen sind auf Minimum eingestellt. Damit ist sichergestellt, dass der Empfang auf beiden Ohren problemlos möglich ist, während eine der beiden Funkstationen gerade sendet. Das ist bei leisen Stationen sehr hilfreich. Man startet mit „CQ TEST DL8JJ“ auf der schnelleren Funkstation (RIG1), und fast am Ende der Rufsequenz beginnt der Ruf auf der zweiten Funkstation (RIG2), die ihr „CQ TEST DL8JJ“ mit der langsameren Geschwindigkeit auf Band 2 sendet.
Der Ruf „CQ TEST DL8JJ“ auf RIG1 ist sehr schnell fertig, und RIG1 geht auf Empfang. Hier hat man genug Zeit, ein Rufzeichen aufzunehmen und den Rapportaustausch zu starten. RIG2 wird in diesem Moment ebenfalls mit „CQ TEST DL8JJ“ fertig, und man ist bereit, auf Band 2 ein Rufzeichen zu empfangen.
Kommt es doch einmal vor, dass gleichzeitig auf beiden Bändern und beiden RIGs Rufzeichen zu empfangen sind, liegt die Konzentration auf RIG1 (dem schnelleren RIG). Warum eigentlich? Nach meiner Erfahrung antworten die Funkpartner meistens mit einer ähnlichen Geschwindigkeit, mit der ich „CQ TEST DL8JJ“ rufe (eben 40–50 WPM). Deshalb sind die Chancen bei RIG1 höher, das QSO schneller zu Ende zu bringen. Auf RIG2 gibt man parallel einfach per Hand mit dem Paddle „?“ oder „QRZ?“ und bedient anschließend den rufenden Funkpartner von RIG2.
Ob das gut funktioniert? Ja, aber es ist ein harter Job und verlangt volle Konzentration und Training. Dass sich der „Stress“ lohnt, zeigt der Log-Auszug vom HSC Contest (nur 3 h QRV) am 24.02.2013. Unter besten Bedingungen liegen „0“ Sekunden zwischen zwei QSOs auf zwei Bändern!
Ich wünsche allen viel Spaß mit meiner neuen Emil-Extrem-SO2R-Contesttechnik.
Für alle Fragen stehe ich gern zur Verfügung und würde mich über Anregungen und Feedback freuen.
Emil, de DL8JJ
HSC-Contest-Log 24.02.2013


Ich habe eine neue Art von SO2R ausprobiert: SO2R-Running.
Ich meine damit Single Operator 2 Radios Running!
Es war eine großartige Erfahrung.
RIG1 für 80m: Flex-5000A, Notebook 1 mit UCX Log, MicroKey II mit Begali Sculpture Mono, 2x27m Doppelzepp, 100 Watt, DG0SA-Bandpassfilter
RIG2 für 40m: TS-480SAT, Notebook 2 mit UCX Log, CodeCube mit Scheunemann single Paddle, G5RV, 100 Watt, DG0SA-Bandpassfilter
RIG2 für 40m: TS-480SAT, Notebook 2 mit UCX Log, CodeCube mit Scheunemann single Paddle, G5RV, 100 Watt, DG0SA-Bandpassfilter

Am 04.11.2012 war ich mit meinem SO2R-Setup beim HSC Contest QRV. Es hat wieder prima geklappt. Leider war auf 80 und 40m nicht sehr viel los.
Eine schöne Verbesserung war, dass ich auf beiden RIGs den CW-Mithörton fast auf null heruntergedreht habe. Dadurch war der Empfang auf dem einen RIG, während das andere „CQ TEST“ rief, deutlich angenehmer.

RIG2 für 40m: TS-480SAT, Notebook 2 mit N1MM, CodeCube mit Scheunemann single Paddle, G5RV, 100 Watt, DG0SA-Bandpassfilter

RIG2 für 40m: TS-480SAT, Notebook 2 mit N1MM, CodeCube mit Scheunemann single Paddle, G5RV, 100 Watt, DG0SA-Bandpassfilter