HFP-1 SOTA-Antenne

Superantenne HFP-1 – DL8JJ Mountain Gear

Gesponsert von QRP Project

Dank des Sponsorings der HFP-1 durch QRP Project habe ich die Möglichkeit, die Antenne live zu nutzen und zu testen.

Ich habe mir einen Dreibein-Standfuß der Firma Difona besorgt, das Leichteste, was man auf dem Markt finden kann. Das Koaxkabel habe ich auf 3,5 m gekürzt. Leichter geht es nicht mehr!

Beim SOTA-Einsatz auf DM/HE-509 und DM/HE-535 konnte ich die Antenne zum ersten Mal benutzen.
Ich hatte außerdem meine G5RV (40–10m) auf einem Spiethmast dabei und habe immer wieder verglichen.
Ich habe beide Antennen über einen Koaxumschalter umgeschaltet und konnte so die Unterschiede schnell feststellen.
Die Spule habe ich für 40m ganz grob eingestellt, ohne zu messen, und die Antenne über den internen Tuner des KX3 abgestimmt. So habe ich von 7,000 MHz bis 7,075 MHz gefunkt. Ich bin nicht hinausgegangen, um die Spule zu verändern. Es war mir viel zu kalt und zu windig. Im Schlafsack war es kuschelig, und der KX3-Tuner hat die Antenne einfach abgestimmt.
Die große Überraschung kam, als ich mich entschied, in der Nacht vom 14.02.2014 zum 15.02.2014 mit 5 Watt auf 40m am ARRL DX Contest teilzunehmen.
Die Antenne (wohlgemerkt ohne Änderungen oder Nachbesserungen) hat prima funktioniert. In 6,5 Stunden sind ganze 70 QSOs mit den USA und Kanada entstanden! Das war auch mein persönlicher SOTA-DX-Rekord. Ich war nur auf 40m QRV und konnte die Ausbreitungsbedingungen von 23.30 Uhr am 14.02.2014 bis 07.30 Uhr am 15.02.2014 genau verfolgen.
Viele OMs aus Übersee haben nach dem ersten oder zweiten Ruf geantwortet. Die Antenne hat für DX besser funktioniert als die G5RV.
Beim Umschalten konnte ich praktisch keine Änderung der Signalstärke im Empfang feststellen. Das war sehr erfreulich.
Am nächsten Tag, auf dem zweiten Berg (Hochberg, DM/HE-535), war es andersherum. Im Nahbereich, in DL und nahem EU, hat die G5RV etwas (1 S-Stufe) besser funktioniert. Aber ich wurde auch mit der HFP-1 problemlos gehört. Und das zählt am Ende des Tages. Als Koax habe ich ca. 10 m RG58 benutzt.

Hier noch einmal schwarz auf weiß die QSOs während des ARRL DX Contests:

HFP-1 SOTA-Antenne
Mechanisch ist die Antenne in Ordnung, nach meiner Meinung müssen aber kleine Verbesserungen vorgenommen werden:
Ich habe sofort eine zusätzliche Schraube am Fuß der Antenne und an der Winkelbefestigung montiert. Damit ist zu 100 % sichergestellt, dass die Antenne nicht umkippt, falls sich die Schraube lösen sollte. Die Befestigung der Radials ist nicht gut, und ich habe sie durch 4-mm-Bananenstecker und Einbaubuchsen ersetzt. Das geht schneller, sicherer und auch mit Handschuhen problemlos. Am Ende der Radials möchte ich etwas anbringen, damit sie bei starkem Wind nicht wegfliegen und sich um das Stativ verknoten. Das sind aber Kleinigkeiten, die schnell umgesetzt sind.

Der einzige Nachteil ist (in meinem Fall), dass die Antenne bei jedem Bandwechsel neu eingestellt werden muss. Ich betreibe SOTA extrem und verbringe längere Zeit auf dem Gipfel mit Zelt und Proviant. Ein Hinaus und Hinein ins Zelt ist immer mit Aufwand verbunden.
Man kann nicht „mal schnell“ das Band wechseln, wie es zum Beispiel mit einer G5RV möglich ist. Bei der G5RV o. Ä. ist ein Bandwechsel im Nu gemacht und über den Tuner des RIGs schnell abgestimmt, ohne an die Antenne zu müssen. Das ist aber kein Beinbruch!

Fazit: Ich bin von der Antenne überzeugt.

Ich weiß nicht, wie viel besser die Antenne wird, wenn man längere Radials, einen längeren Stab (z. B. MFJ 1954, 3 m) oder ein Beta Match nutzt. Aber wenn die Unterschiede so groß sein sollten, wie in manchen Foren berichtet wird, wird die Antenne für Unternehmungen wie Fieldday oder SOTA noch unschlagbarer. Ich werde diese Verbesserungsvorschläge bei Gelegenheit ausprobieren.

Mittlerweile habe ich mich überzeugt, dass weitere Vergrößerungen oder Verbesserungen der Antenne für SOTA nicht viel bringen. Alles wird schwerer, und das Hauptziel der Antenne geht dabei verloren, nämlich klein und leicht zu sein. Für mich zählt, gehört zu werden, und das reicht von jedem Gipfel.

Auf dem Schneefernerkopf wäre die HFP-1 die bessere Lösung gewesen, denn dort war es nicht so leicht, den Spiethmast aufzustellen, und es war mit mehr Aufwand verbunden. Mit der HFP-1 wäre ich schneller gewesen. Allerdings hätte ich zwei-, dreimal zum Bandwechsel hinausgehen müssen … Auf die Toilette aber auch!